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1988

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© • Karl Ludwig • Karl Ludwig

Ansicht von der Gartenseite

Schlossgarten Rastatt Der neue Schlossgarten in Rastatt nach altem Vorbild

Schloss Rastatt ist ein ehemaliges Residenzschloss der Markgrafen von Baden-Baden, das um 1700 im barocken Stil erbaut wurde. Nachdem das Schloss 1976 saniert worden war, kam die Idee auf, auch den Garten zu sanieren. Zunächst wurde eine Wiederherstellung der barocken Anlage in Erwägung gezogen. Nachdem das Areal jedoch nicht mehr in seiner ursprünglichen Ausdehnung zur Verfügung stand, hätte nur ein Teil des historischen Gartens rekonstruiert werden können. Aus diesem Grunde entschied sich das Hochbauamt für eine grundlegend neue Gartengestaltung. Deren Ziel war es, auf Basis der geschichtlich gewachsenen Struktur einen neuen Garten anzulegen, der mit der Sprache unserer Zeit die barocke Schlossanlage neu entwickelt und zugleich den Ansprüchen und Wünschen heutiger Menschen gerecht wird.

Autor: Karl Ludwig

Den Planungsauftrag dafür erhielt Gunnar Martinsson, seinerzeit als Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe tätig, im Jahr 1979. Bis zum ersten Spatenstich sollten dann noch sieben Jahre vergehen, um Aspekte des Denkmal- und Naturschutzes abzuklären und diverse Fragen der Nutzung zu diskutieren. Darüber hinaus fielen eine ganze Reihe von Ideen, etwa der Bau eines Cafés oder der Bau eines Gewächshauses, Sparmaßnahmen zum Opfer. Ein dritter, aus Kostengründen reduzierter Entwurf fand dann die Zustimmung aller beteiligten Gremien und wurde innerhalb von zwei Jahren bis 1988 realisiert.
Der Grundriss des Gartens zeigt, dass der Entwurf auf einem klassischen barocken Schema aufbaut: einer zentralen Hauptachse, zwei seitlich davon verlaufenden Nebenachsen sowie der räumlichen Abfolge von Schlossterrasse, Schlossparterre und Exedragarten. Auf der weiten Schlossterrasse finden sich zwei runde Wasserbecken mitsamt je einer Fontäne, gerahmt von einem Doppelring geschnittener Eibenhecken. Im Parterregarten liegen zu beiden Seiten der offenen Zentralachse drei Gartenkabinette, längs gerahmt mit Hecken aus Hainbuchen und quer dazu unterteilt von Pergolen aus Stahl, die mit Blauregen bepflanzt sind. Die beiden mittleren Kabinette sind mit japanischen Zierkirschen bepflanzt sowie mit Rosen und Salbei unterpflanzt, die beiden äußeren Kabinette jeweils in quadratische Beete untergliedert, bepflanzt mit Strauchrosen und gerahmt von Lavendel. Die Blütenfarben sind mit Bezug auf das Rosa der Schlossfassade in Rosa, Blauviolett und Weiß gehalten.
Den Übergang zwischen dem Parterre und der Exedra betonen und akzentuieren zwei Treillage-Pavillons. Sie sind eine reduzierte Fassung der ursprünglich geplanten Gewächshäuser, die aus finanziellen Gründen nicht möglich waren. Daran schließt an die Exedra. Deren Mittelpunkt markiert ein oktogonales Wasserbecken, aus dem eine knapp zehn Meter hohe Wasserfontäne aufsteigt. Die umgebende, strahlenförmig von Wegen durchzogene Rasenfläche gibt dem Bereich einen Eindruck von Weite, kulissenartig gerahmt von einem alten Baumbestand.
Mit seinem zurückhaltenden Entwurf zeigt Martinsson anschaulich, dass die von ihm verwendeten architektonischen Ordnungsstrukturen von zeitloser Schönheit sind, sich kompromisslos auch mit modernen Mitteln umsetzen lassen und beim Besucher und Betrachter dennoch den Geist barocker Gartenanlagen evozieren.


Projektzeitraum

1979 - 1988

Planung

Gunnar Martinsson

Bauherr

Staatliches Hochbauamt

Auftraggeber

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg



Zugang & Öffnungszeiten

1. April bis 31. Oktober
Di - So und Feiertage 10.00 – 17.00 Uhr

1. November bis 31. März
Di - So und Feiertage 10.00 – 16.00 Uhr

http://www.schloss-rastatt.de/besucherinformation/

Anfahrt

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: ab Bahnhof Rastatt mit den Buslinien 222, 231, 232 und 235 oder von Mo. bis Sa. Linie 239 bis Haltestelle „Schlosspark“. Fußweg ca. 10 – 15 Min.
Die aktuellen Abfahrtszeiten erhalten Sie bei der 3-Löwen-Takt-Fahrplanauskunft.

http://www.schloss-rastatt.de/besucherinformation/anfahrt/

Adresse

Herrenstraße 18-20
76437 Rastatt