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1955

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© 1954 • / • Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft/ZVG

Arbeiten zur Herrichtung des Rosenhangs

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© 2012 • Lars Hopstock • alle Rechte vorbehalten

Blick auf den Rosenhang im Frühjahr

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© 2012 • Lars Hopstock • alle Rechte vorbehalten

Treppe am Rosenhang im Frühjahr

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© 1955 • Beate zur Nedden •

"Sonnenhof" mit Kleinsteinpflaster, rotem Makadam und Pflanzbeeten

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© 1955 • Beate zur Nedden •

Bank-Pavillon am Haupteingang aus Stahlprofilen (Entwurf: Hermann Mattern)

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© • unbekannt • alle Rechte vorbehalten

Pergola und Pflanztröge in der Karlsaue

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© 1955 • Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft/ZVG • Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft/ZVG

Plakat Buga 1955

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© 2012 • Lars Hopstock • alle Rechte vorbehalten

In der Karlsaue: kanalisierte Kleine Fulda mit Brücke von Mattern

Bundesgartenschau Kassel 1955 Die barocke Karlsaue vom Kriegsschutt befreit

Die stark zerstörte Stadt Kassel hatte aus Not ihre Trümmer über den Hang der Schönen Aussicht in die barocke Parkanlage an der Orangerie geschoben. Der erfahrene Gartenarchitekt Hermann Mattern (1902–1971) wurde dazu herangezogen, aus dieser schwierigen Ausgangssituation eine Gartenschau zu stemmen – und das, obwohl eigentlich Herta Hammerbacher (1900–1985) den Wettbewerb für die Buga 1955 gewonnen hatte. Das Ergebnis war ein abstraktes Formenspiel, das die Gemüter spaltete.

Autor: Dipl.-Ing. Lars Hopstock

Mattern war mit dem Nordhessischen persönlich verbunden: er war in Hofgeismar aufgewachsen und wohnte in den 50er Jahren in Kassel, wo er an der von ihm mitbegründeten Werkakademie die sogenannte Klasse für „Landschaftskultur“ leitete. Etwa zur Zeit des Wettbewerbs für die Buga 1955 bearbeitete er auch mit dem befreundeten Architekten Hans Scharoun den Wettbewerb für das Kasseler Staatstheater, den die beiden gewannen (der Auftrag wurde ihnen unter skandalösen Umständen nach Beginn erster Baumaßnahmen entzogen). Er hatte sich also doppelt intensiv mit den Gegebenheiten befasst. Herta Hammerbacher, die erste Preisträgerin des Wettbewerbs für die Bundesgartenschau, durfte die Pflanzplanung übernehmen und gestaltete den Musterfriedhof. Außerdem beteiligt war der junge Frei Otto, den Mattern aufgrund seiner interessanten Ideen für Zeltkonstruktionen mit der Gestaltung von Sonnendächern beauftragte. Die Details für Pergolen, Pflanzbehälter etc. stammten zum Teil aus der Feder von Matterns Tochter, der Architektin Merete Mattern-Zimmermann.

Die Gartenschau sorgte durch die modernistische Formensprache für einiges Aufsehen. Der ältere Gartenarchitekt Alwin Seifert bezeichnete die zahlreichen aufgestellten Pflanztröge und Wassergefäße nicht ganz unpassend als „Apothekerlöffel“. Die Gesamtgestaltung beeindruckte durch eine Komposition tropfenförmiger Blumenbeete (O-Ton Seifert: „Schleimtierchenformen“), durch die die gesamte Karlsaue wie in Bewegung gesetzt erschien.

Bereits kurze Zeit nach Ende der Gartenschau waren die Pflanzungen so vernachlässigt, dass Mattern desillusioniert beschloss, in Zukunft an keinem weiteren Gartenschau-Wettbewerb mehr teilzunehmen. Eine Fußgängerbrücke mit zeittypischem Geländer über die von Mattern regulierte Kleine Fulda ist noch erhalten sowie die in ihrer Aufteilung an die Hangkante angepasste Musterkleingartenanlage mit hoch-funktional detaillierten Gartenlauben unterhalb des Weinbergs. Anlässlich der Buga 1981 versuchte Prof. Peter Prinz (†), der bei Mattern in Kassel studiert hatte, den Rosenhang so originalgetreu wie möglich wiederherzustellen.


Projektzeitraum

1955 - 1955

Planung

Hermann Mattern (1902–1971), Herta Hammerbacher (1900–1985)

Bauherr

Stadt Kassel



Zugang & Öffnungszeiten

Frei zugänglich (kein Eintritt) und ganzjährig geöffnet

Adresse

An der Karlsaue
34121 Kassel

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