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© • Herta Hammerbacher • Architekturmuseum TUB, HH_0430.022

Vogelschau Waldfriedhof Zehlendorf

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© 2013 • Almut Jirku • Almut Jirku

Hauptachse

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© • Herta Hammerbacher • Architekturmuseum TUB, HH_0430.022

Plan

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Wiesenraum zwischen Wasgensteig und Kapelle

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Grabfelder der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

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Bäume am Rand de rHauptachse

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Urnengräber

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Italienischer Ehrenfriedhof Auf Initiative eines Priesters wurde die Gefallen italienischen Soldaten und andere im Krieg zu Tode gekommenen Italiener aus der Region 1953 hier gemeinsam bestattet.

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Mahnmal auf dem Italienischen Ehrenfriedhof

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Detail des Mahnmals

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Grab Willy Brandt

Waldfriedhof Zehlendorf Ein beeindruckender Friedhof aus der unmittelbaren Nachkriegszeit

Der Waldfriedhof Zehlendorf wurde von Herta Hammerbacher ab 1945 geplant und 1948 eröffnet. Der Entwurf nahm die vorgefundene Topographie, den Boden und den Pflanzenbestand als Ausgangspunkt. Die Gestaltung erfolgte bewusst im landschaftlichen Stil.

Autor: Almut Jirku

Unmittelbar nach Kriegsende begann die Planung für den Waldfriedhof Zehlendorf. Die Lage wurde bewusst gewählt, ein ehemaliges Wald- und Heidegelände des Guts Düppel im Südwesten Berlins. Dabei wurden der damalige Gartendirektor Reinhold Lingner und der Stadtbaudirektor Hans Scharoun (der hier auch seine letzte Ruhestätte fand) einbezogen. Das Areal wurde als Fortsetzung des Landschaftsraums Rehwiese gesehen.
Das Gelände war geprägt von einer Lichtung und einem 50-jährigen Kiefernbestand, der in Jagen organisiert war, sowie vereinzelten alten Eichen. Der Haupteingang entstand an der Stelle, wo die offene Fläche in die Höhe stieg, gesäumt von Kiefernbeständen. Die Friedhofkapelle von Ruegenberg und Moellendorff, die aus finanziellen Gründen erst ab 1956 erstellt wurde, steht seitlich auf der Höhenkuppe. Dies setzte Hammerbacher gegen das Gartenamt, das eine zentrale Stellung bevorzugte, durch, um den landschaftlichen Charakter der Anlage zu betonen. Ein Kieferrund bildet den Abschluss der Raumachse. Ein Weg führt von dort wieder hinunter zum Königsweg, wo der zweite Eingang liegt.
Der Kiefernwald wurde so ausgelichtet, dass Grabstätten Platz hatten. Diese sollten sich in die Landschaft einfügen. Deswegen sind keine abgrenzenden Hecken vorgesehen. Die Gräber sollen sich nicht mehr als 20 cm über den Boden erheben und einheitlich mit Polsterpflanzungen besetzt werden. Viele prominente Berliner sind hier begraben, z.B. Ernst Reuter, Willy Brandt und Hildegard Knef.
Der Kiefernbestand wurde in Richtung eines Eichen-Birkenwaldes ergänzt, an den Rändern auch mit Ebereschen.
Hammerbacher sah den Friedhof als Nachbarschaftsfriedhof, im Gegensatz zu früheren Zentralfriedhöfen, als einen Ort, der Frieden nicht nur im Jenseits sondern auch im Diesseits verkörpern sollte – eine Gedanke, der unmittelbar nach Kriegsende sicher von großer, auch persönlicher Bedeutung war. Die landschaftliche Ausformung, im Gegensatz zu früheren geometrischen Anlagen, war für sie Ausdruck des „versöhnten Eins-Sein mit der Natur“, der Friedhof „gibt die letzte Ehrung dem Menschen gegenüber“, und dem muss die Anlage entsprechen.


Projektzeitraum

1945 - 1948

Planung

Herta Hammerbacher, ab 1948 Erweiterungen durch Gartendirektor Max Dietrich (Zehlendorf)

Bauherr

Grünflächenamt Zehlendorf

Auftraggeber

Grünflächenamt Zehlendorf

Größe

ca. 38 ha



Zugang & Öffnungszeiten

Haupteingang Wasgensteig 28, Zeiten: 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit

Anfahrt

über die Potsdamer Chaussee;
Bus 118

Adresse

Wasgensteig 28
14129 Berlin-Zehlendorf

Quellen:
Herta Hammerbacher: Gedanken über den Friedhof - Waldfriedhof Berlin- Zehlendorf. In: Garten und Landschaft 1955, H. 11, S. 16 -19

Bezirksamt Zehlendorf, Naturschutz- und Grünflächenamt - Friedhofsverwaltung: Der Waldfriedhof Zehlendorf. Berlin, September 2002

Für den Frieden. Gedenkstätten und Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in Berlin, Hg.: Volksbund Deutsche Kriebsgräberfürsorge e.V., in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin. Berlin 2000, Jaron Verlag. S. 88 - 89